Heinz K. aus H.

 

Die Vorgeschichte: Ein Umzugsunternehmen entrümpelte vor geraumer Zeit die Wohnung des Rentners Heinz K. (Name geändert). Unter seinen Habseligkeiten befand sich ein Tonbandgerät inkl. eines 90-min.-Tapes.

Das Tape: Heinz K. verbrachte die letzten 5 Jahre seines Rentnerdaseins damit, seine Nachbarschaft auszuspionieren und seine Beobachtungen und Gedanken auf Tonband festzuhalten. Besonders der "asoziale, kriminelle Grieche" (O-Ton) von nebenan war ihm ein besonderer Dorn im Auge. Neben den üblichen Denunziationen ("Die Scharf aus dem dritten hat Besuch, laut Hausordnung darf sie das nicht. Sie ist ja angeblich Pastorin, aber ich glaub das nicht.") driftet K. teilweise in unglaublich verbitterte Hass-und Depri-Tiraden ab, philosophiert über UFO´s, das Leben danach, die Gesellschaft als solche und stößt wüste Drohungen aus ("Wenn ich Kapo in der Hölle wäre, dann......").
Zitat Thomas Glatz: "Rumsbumsmusik ertönt im sechsten Stock und plötzlich reisst die Welt auf, das prinzipium individuationes wird sichtbar als ihr Inneres und der Mensch erkennt schmerzlich, was er unter Schmerzen durchsteht."

Das Projekt: Der Bodensatz befindet sich im Besitz einer Kopie dieses Tapes, es wurde auf CD gebrannt und vervielfältigt. Die Idee war nun, daß sich alle möglichen musikmachenden Menschen sich diversen Zitaten annehmen und sie musikalisch untermalen, bearbeiten, kommentieren usw. Erlaubt war ALLES.

Und die Resonanz war großartig. Musikanten aus unterschiedlichsten Bereichen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum haben uns ihr Material geschickt und es kam soviel Gutes zusammen, dass wir uns entschlossen, eine Doppel-CD zu machen. Und sie haben uns beim Wort genommen und musikalisch keine Rücksichten genommen... nicht unbedingt schön, dafür aber ganz schön anstrengend. Jedenfalls ein ganz spezielles musikalisches Ereignis...

FAZ- und SZ-Artikel...->>